
35 Jahre Trockenmittel-Know-how
Interview unserer Redaktion mit Geschäftsführer Marco Nickel zum Jubiläum
Herr Nickel, herzlichen Glückwunsch zum 10-jährigen Jubiläum.
Sie meinen „35-jähriges Jubiläum“.
Eigentlich sind es doch zwei Jubiläen: TROPACK wurde 1991 gegründet und feiert am 1. August 2026 35-jähriges Bestehen. Und Sie selbst haben auch Jubiläum: Sie sind vor zehn Jahren, also 2016, ins Unternehmen eingestiegen.
Stimmt, da haben Sie Recht, vielen Dank.
Wie hat sich TROPACK aus Ihrer Perspektive entwickelt?
TROPACK wurde 1991 von Reinhard Kipke aus einem Vorgängerunternehmen heraus gegründet. Dadurch konnte er bereits auf einige Kunden und Lieferantenbeziehungen zurückgreifen, was ihm einen soliden Start verschaffte. Anfangs lag der Fokus auf Trockenmitteln für den Handel, vor allem auf dem Vertrieb von Standard-Trockenmittelprodukten. Von diesem Startpunkt aus entwickelte sich TROPACK zu einem Hersteller vielfältiger Trockenmittellösungen für Verpackungen und als Systemkomponente. Mit den Jahren wuchs auch unser trockenmittelspezifisches Know-how, sodass wir inzwischen umfassend zu Trockenmitteln und ihrer Integration in den Gesamtfertigungsprozess unserer Kunden beraten.
Nennen Sie uns ein paar bedeutsame Eckpunkte Ihrer Unternehmensgeschichte?
Ein bedeutender Meilenstein war sicherlich der Einstieg in den Automotive-Sektor 2003, als unsere Trockenmittel vom Packmittel zur Systemkomponente innerhalb der Automotive-Anwendung avancierten. Dies bedeutete sowohl wirtschaftlich als auch technologisch und qualitätstechnisch einen enormen Schritt nach vorne.
Zu nennen sind auch unsere Produktlaunches, also 2007 unsere erste Wortmarke TROPAsorb® für den Kondensationsschutz in Seefrachtcontainern, die Indikator-Trockenmittel Rubingel und Orangegel ab 2017 zur Anzeige des Sättigungsgrads, 2022 TROPAgreen® als kompostierbarer Trockenbeutel sowie TROcarbon® zur Geruchsadsorption aus diesem Jahr.
Es gibt noch zwei weitere Schlüsselmomente: unsere strategische Fokussierung auf die Branchen Pharma, Healthcare und Lebensmittel, die mit meinem Eintritt ins Unternehmen begann, und der Einstieg der Gebhardt Holding als Gesellschafter, der 2022 die Nachfolge langfristig abgesichert hat.
Wie haben sich aus Ihrer Sicht die Anforderungen an Trockenmittel im Laufe der Zeit verändert?
Zum einen haben sich die Regularien und Anforderungen an den Feuchteschutz mit Konformitäten, Kennzeichnungspflichten, Industriestandards und Normen deutlich verschärft. Kleinteilige Auditierungen durch unsere Kunden gehören ebenfalls dazu. Zum anderen sind Trockenmittel auch in der Wahrnehmung der Kunden nach oben gerückt.
Wie meinen Sie das?
Wenn man es auf einen griffigen Slogan bringen möchte: „Vom Wegwerfartikel zur Lebensversicherung“. Früher waren die zu verpackenden Komponenten weniger werthaltig – z. B. Metallteile –, da war das Trockenmittel nicht ganz so entscheidend. Inzwischen werden sehr komplexe und teure Endprodukte z. B. im Elektronikbereich, in der Chipindustrie oder der Telekommunikation gefertigt. Wenn Bauteile und Produkte durch Feuchtigkeit Schaden nehmen, sind die Folgekosten deutlich höher, sodass die Bedeutung einer spezifischen Trockenmittellösung gestiegen ist.
Wie schätzen Sie die derzeitige Marktlage ein? Welche Trends stellen Sie bei Trockenmitteln fest?
An den physikalischen Trockenmitteln, die wir bei TROPACK einsetzen, hat sich technologisch nicht viel verändert; ihre adsorptive Wirkweise ist bewährt. In stärkerem Maße verändert sich die Darreichungsform der Trockenmittel. Insbesondere automatisiert zuführbare Trockenmittellösungen, z. B. als Beutelketten, sind gefragt, weil Kunden den Automatisierungsgrad ihrer Fertigungsanlagen stetig erhöhen. Hier ist viel Beratung unsererseits gefordert, um z. B. bei der Prozessintegration zu unterstützen oder bei der Auswahl geeigneten Maschinenequipments. Insgesamt rückt der Gesamtverpackungsprozess stärker in den Fokus, nicht mehr nur das isolierte Packmittel.
Was sind Ihre Ziele in den kommenden Jahren?
Wichtig ist uns der strategische Ausbau in den Bereichen Pharma und Healthcare, in denen wir mit unserem regulatorischen Know-how und unserer Beratungskompetenz punkten. Wir haben uns einen spezifischen Wissensschatz aufgebaut, den wir mit den Kunden teilen, um für ihr individuelles Healthcare-Produkt die passende Trockenmittellösung zu finden.
Darüber hinaus möchten wir unsere Produktpalette stetig erweitern, um Kunden noch mehr Möglichkeiten zu bieten. Ein Beispiel sind die in diesem Jahr lancierten TROcarbon®-Beutel, die neben einem Feuchteschutz eine Geruchsadsorption durch Beimischung von Aktivkohle ermöglichen. Aktivkohle ist nur der Anfang; wir möchten weitere artverwandte Produkte zu Trockenmitteln in unser Portfolio aufnehmen und tüfteln bereits an neuen Produktentwicklungen.
Welche Herausforderungen sehen Sie für die Zukunft?
Globale Krisen und volatile Lieferketten werden Unternehmen auch künftig begleiten. Mit zunehmender Automatisierung und Digitalisierung wächst zugleich der Bedarf an persönlicher technischer Beratung – denn bei automatisierten Anfragen geht das Verständnis für das Produkt Trockenmittel schnell verloren. Die entscheidenden Details klären wir daher immer im direkten Austausch.
Bei komplexeren Produkten, insbesondere den Trockenmitteln als Components, waren und bleiben Regularien die größte Herausforderung. Der Onboarding-Prozess mit Konformitätserklärungen, Rahmenkontrakten, Haftungsthemen, Gewährleistungsfristen etc. ist kleinteilig, aber lohnenswert, wenn wir für den Kunden so zu einem vertrauenswürdigen Partner werden.
Im Übrigen konnten und können wir bei den globalen Unsicherheiten in den Lieferketten mit Liefersicherheit punkten. Mit unserem Standort in Deutschland und großen Lagerbeständen können wir uns den globalen Verwerfungen entziehen und innerhalb Europas schnell liefern. Wir sind vor Ort, wir haben die Rohstoffe, wir bemustern und wir sind jederzeit persönlich ansprechbar.
Herr Nickel, vielen Dank für das Jubiläumsgespräch.
TROPACK - darauf können Sie sich verlassen
TROPACK Packmittel GmbH Produkte entsprechen höchsten Qualitätsanforderungen nach DIN 55473, Ausgabe 12/2015. Unsere Trockenmittel erfüllen die einschlägigen Bestimmungen der Europäischen Union (z.B. EG 1935/2004 ) und der US Food & Drug Administration FDA (z.B. 21 CFR part 175 bzw. part 177).
Der TROPACK Qualitätsanspruch wird mit regelmäßigen DIN 55473 und ISO 9001 Zertifizierungen bestätigt. Darauf können sich Industrie und Handel ebenso wie Verbraucher verlassen. TROPACK Trockenmittel sind lebensmittelverträglich, frei von Schadstoffen, geruchlos und regenerierbar. (Dimethylfumarat (DMF) findet ausdrücklich keine Verwendung!)
